 |
1 Klassen
Schuljahr 2007/08 |
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
 |
Stellungnahme
zur
Einstellung der Hepatitis-B Impfung an den meisten Bundesschulen
- die Hep. B Impfung bedeutet drei zusätzliche Impfgänge pro Jahr und die Durchführung wurde vor Jahren an uns SchulärztInnen "herangetragen". Nachdem wir mit unserer Zeit (also zumindest die engagierten SchulärztInnen!!) ohnehin kaum auskommen, sollten diese Impfgänge außerhalb der normalen Dienstzeit durchgeführt werden, waren extra honoriert und freiwillig. Wer das in seiner Schule nicht schaffte, konnte das angeben und KollegInnen sind dann zum Impfen gekommen.Tw. von der Gemeinde Wien, tw. vom Bund. Das Budget dafür wurde vor 11/2 Jahren gestrichen. Seither wird die Impfung in kaum einer Bundesschule mehr angeboten, die Magistratsärztinnen (Hauptschulen) müssen sie meines Wissens auf Anordnung durchführen (haben aber andere Dienstverträge).
- Etliche DirektorInnen (so auch meine) haben sich strikt dagegen ausgesprochen, dass diese früher bezahlte Leistung jetzt gratis durchgeführt werden soll. Denn diese Vorgangsweise schleicht sich in allen Bereichen ein. Um weniger Geld und mit weniger Personal soll immer mehr geleistet werden! Es sollten LehrerInnen, SchulärztInnen.... also alle im Schulwesen tätigen da zusammenhalten. Wer ein bisschen hinter die Kulissen blickt, weiß wieviel wirklich in den Schulen gearbeitet wird was man den Lehrern jedoch in der Öffentlichkeit nachsagt. Die SchulärztInnen sind in den letzten Jahren auch besonders mehrbelastet durch die Einsparungen in der Schulpsychologie, außerdem werden die Probleme der Kids immer komplexer (Drogen, Ess-Störungen, Konflikte ...). Die Arbeitsbelastung in der gleichen Zeit also größer. (Dass es überall mehr und weniger engagierte MitarbeiterInnen gibt ist klar, hat aber nichts mit der Sache selbst zu tun.)
- Der Impfstoff ist für unter 15-jährige nach wie vor gratis am Bezirksgesundheitsamt. Ich schicke "meine" Schüler auf Wunsch (sh.4) jetzt dort hin. Die Kooperationsbereitschaft der Gesundheitsämter ist jedoch unterschiedlich, man erlebt da manchmal seine Wunder.
- Medizinisch gesehen ist es ein Unsinn, wenn nur Hep. B angeboten wird, da der Kombinationsimpfstoff im Großhandel kaum mehr kostet und einen viel besseren Schutz bietet! Wir haben zu dieser Frage Frau Dr. Bruns, die oberste Impfärztin von Wien in den Schulärzte Qualitätszirkel eingeladen. Ihre Antworten waren äußerst unbefriedigend.
Ich persönlich würde Eltern ehrlichen Herzens nicht zur Hep. B Impfung für ihr Kind raten sondern immer die Kombinierte A+B empfehlen. Einziger Grund wäre, wenn sich die Eltern die Kombiimpfung selbst nicht leisten können.
Diese Haltung hat auch die AUVA: Hep B ist eine Berufskrankheit in Gesundheitsberufen, daher werden diese Berufsgruppen gratis geimpft. Aus Vernunftgründen stellt seit ca. zwei Jahren die AUVA nur noch den Kombinationsimpfstoff zur Verfügung! Das sagt ja wohl alles über die Sinnhaftigkeit der isolierten Hep B Aktion.
- Richtig ist, dass die Hep. B eine schwere Erkrankung ist und Spätfolgen verursachen kann, Hep. A sehr schwer verlaufen kann, aber fast immer und folgenlos ausheilt. Mit diesem Argument wird die kostenlose Verabreichung des Kombinationsimpfstoffes durch die Behörden abgelehnt. Es wird argumentiert, die Hep. A sei ja nur eine Reiseinfektion. Dennoch werden Kinder z.B. in Kindergärten passiv immunisiert (ja, da rücken dann die AmtsärztInnen aus!), wenn ein anderes Kind Hep. A hat! Diesen Widerspruch konnt uns Frau Dr. Bruns auch nicht erklären.
Insgesamt ist das Problem noch viel komplexer, aber wesentlich ist, dass man auf dem Gesundheitsamt die Impfung gratis bekommen kann und außerdem die Hep.B Impfung im Kinderimpfplan enthalten ist, was bedeutet, dass das Problem in wenigen Jahren völlig vom Tisch ist, da die bereits geimpften Jahrgänge nachrücken. Das gilt auch für andere Impfungen.
Dr. Margit Saßhofer
Schulärztin im Stadtschulrat für Wien
|
 |
|
 |